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Aurora borealis

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Hoher Norden Aurora borealis 

Die Aurora borealis, das Nord- oder Polarlichtlicht, ist ein beeindruckendes Naturphänomen, das entsteht, wenn elektrisch geladene Teilchen der Sonne auf das Erdmagnetfeld treffen und mit Gasen in der oberen Atmosphäre kollidieren. Diese Lichter, oft in Grün, Rot oder Violett, treten meist in polarnahen Regionen auf, z.B. in Norwegen, Finnland, Island, Grönland, Kanada, Alaska und Sibirien in Nächten mit hoher Sonnenaktivität und in den Wintermonaten sind sie am besten sichtbar. Bei sehr starken geomagnetischen Stürmen können Polarlichter auch bei uns in der Schweiz als rötliches Leuchten am Nordhorizont sichtbar sein.Das Gegenstück auf der Südhalbkugel wird Aurora australis genannt.

Ursachen des Polarlichts sind Sonnenwinde elektromagnetisch geladene Teilchen ins All schleudern, die vom Erdmagnetfeld zu den Polen geleitet werden und dort Stickstoff- und Sauerstoffatome in 100 bis 600 km Höhe zum Leuchten anregen. Grün entsteht typischerweise durch Sauerstoff in niedrigeren Höhen (ca. 80 bis 100 km), während Rot oft in höheren Schichten (ca. 200-600 km) dominiert.

Bekannt sind Zyklen der Sonnenaktivität, die etwa 11 Jahre dauern. Es lohnt sich also, nach Nordlichtern Ausschau zu halten, wenn ein Zyklus auf einem Hoch ist.

Sonnenstürme sind für die Erde nicht ungefährlich. In der Nacht vom 1. zum 2. September 1859 wurde der bisher mächtigste geomagnetische Sturm registriert (Carrington-Ereignis). Er führte zu Polarlichtern, die selbst in Rom, Havanna und auf Hawaii beobachtet werden konnten. In den höheren Breiten Nordeuropas und Nordamerikas wurden in Telegrafenleitungen so hohe Spannungen induziert, dass Papierstreifen in den Empfängern durch Funkenschlag in Brand gesetzt wurden. Die Funktion des kurz zuvor installierten weltweiten Telegrafennetzes war massiv beeinträchtigt. Experten gehen davon aus, dass ein so starker Sonnensturm überfällig ist. Er würde die vielen Satelliten im All massiv stören oder gar zerstören.

Es ist verständlich, dass das spektakuläre Phänomen der Aurora borealis für indigene Völker eine grosse Bedeutung hatte und teilweise immer noch hat. Sie sehen darin die Seelen Verstorbener, tanzende Geister, Reflexionen von Lagerfeuern oder Boten aus der Geisterwelt, die Botschaften überbringen. Oft aber auch bedrohliche Zeichen, die man meiden sollte, um nicht entführt zu werden. Im Mittelalter galten Polarlichter bis weit nach Zentraleuropa hinein oft als Omen für Krieg oder Hungersnot.

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